Pressespiegel
 

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Provinz hat etwas zu bieten

Eine Erfindung »made im Kreis Höxter«: 15 Jahre Tag der Regionen –
Erntedank in Ottbergen

presse 07 10 13aAus der Region, für die Region: Bäckermeister Andre Bielemeier (links) mit Bäcker Michael Meißner beim Schaubacken auf dem Wiemers-Meyerschen Hof in Ottbergen. An fast 50 Stunden haben sich Handwerk, Landwirtschaft und Dienstleister präsentiert.
Fotos: Michael Robrecht

Ottbergen (WB). Der Tag der Regionen hat Geburtstag. Als Erntedankfest unter dem Titel »Kurze Wege für Europa – 15 Jahre Tag der Regionen« feierten das Aktionsbündnis und die Kulturgemeinschaft Ottbergen gemeinsam rund um Kirche und Wiemers-Meyerschen Hof.

Von Michael Robrecht

Die Idee des Regionentages stammt aus dem Kreis Höxter. Von wegen, die Region hat keine Zukunft und nichts qualitativ Gutes zu bieten. Josef Jacobi (Körbecke) erinnert sich in Ottbergen: »Die Initiative wurde erstmals 1999 gestartet. Damals richteten die beiden Vereine »Artenreiches Land – Lebenswerte Stadt im fränkischen Feuchtwangen« und die Bürgerinitiative »Lebenswertes Bördeland und Diemeltal« in Borgentreich zwei landesweite Koordinationsstellen ein. 180 Veranstaltungen im ersten Aktionsjahr und reichlich Unterstützung landesweiter Verbände machten dem bis dahin noch recht kleinen Organisationsteam Mut, das Projekt fortzusetzen. Seit 2002 läuft der Tag der Regionen nun bundesweit, jetzt jährlich mit mehr als 1200 Aktionen. Tendenz steigend.«

Seit 2000 findet der Aktionstag auf Anregung der TdR-Koordinatoren und der beiden großen Kirchen am Erntedanksonntag statt. Die Tag-der-Regionen-Organisatoren: »Mit dieser Verknüpfung ist es möglich, das Bewusstsein um die Schöpfungswirklichkeit sowie den verantwortlichen Umgang mit Natur und Umwelt zu stärken«. Der globalisierten Welt setzen die Akteure des Tages der Regionen die Wurzeln vor Ort entgegen, sie nennen Alternativen zur Globalisierung, indem sie den Blick für regionale Kreisläufe schärfen. Ihnen geht es nicht um regionale Abschottung, sondern um ein Miteinander unter dem breit anerkannten Motto »Global denken, lokal handeln«.

Beim Regionen-Tag in Ottbergen zeigten fast 50 Aussteller Produkte, Handwerk und Dienstleistungen. Die Verbraucher sollen auf viele regionale Angebote hingewiesen werden. Anbieter im Geiste des Regionentages war die Obstpresse Amelunxen: »Die Kunden bringen Äpfel oder Birnen aus dem eigenen Garten und bekommen Saft aus eigenem Obst. Die Ernte ist angelaufen, bei uns stehen die Leute mit den Äpfeln Schlange«, berichtet Apfel-Expertin Christin Güth in Ottbergen.

Die Ottberger zeigten Produkte vor Ort oder öffneten, wie Bäcker Knepper, ihre Geschäftsräume. Auch im Ku-Stall standen Verkaufsstände, die Ottberger Brauerei war offen, im Pfarrzentrum ga es eine Cafeteria. Nach dem Eröffnungsgottesdienst schlossen sich Fachvorträge über regional-bäuerliche Landwirtschaft an, und das geplante Trianel-Wasserspeicherkraftwerk Nethe wurde vorgestellt. Zum Unterhaltungsprogramm trugen Vereine und Musiker bei.

presse 07 10 13bErntedank an der Apfelpresse aus Amelunxen: (von links) Johannes Roth, Falk und Nina Wittmann sowie Christin und Jan-Eric Güth.

© 2013 Westfalen-Blatt, Montag, 07. Oktober 2013